In vielen Ecken von Friedrichshain, Prenzlauer Berg und Kreuzberg geben die Berliner ihren Lebensräumen ein Gesicht und hinterlassen ihre persönliche Note dort, wo sie gewohnt haben oder noch immer wohnen.
Individuell gestylte Balkone und Fenster, zum Teil von den Bewohnern selbst bemalte und verschönerte Wände bieten mir weitaus lebendigere Motive als makellos renovierte, weiß gestrichene Häuser mit Plastikfenstern bzw. praktische, immer gleich aussehende Wohneinheiten für den arbeitenden Steuerzahler. Selbst bei der 10ten Fahrradfahrt durch die gleiche Straße gibt es noch immer etwas zu entdecken.
Auch die Hauseingänge sind bemalt oder - wie erst kürzlich gesehen - mit Postern und Asterix-Comics tapeziert. So werden auch lange Auf- und Abstiege aus dem 5ten Stock interessant, und am Ende ist man bestens informiert, welches Konzert oder welche Demo wann und wo stattgefunden und welche Abenteuer Asterix erlebt hat. Durch die Renovierungen und die damit verbundenen Mieterhöhungen wird die Stadt steriler, soziale und alternative Treffpunkte und Einrichtungen verschwinden, jeder freie Fleck Erde in dieser Stadt wird zugebaut.
Berlin droht sein buntes Gesicht mit all diesen Besonderheiten zu verlieren.
Augenblicke und Eindrücke der Szenestadt, festgehalten mit einer schönen, alten, analogen Spiegelreflexkamera von Pentax. Stimmungsvolle Schwarzweiß-Fotografien erzählen vom speziellen Flair Berlins.